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Die nächste Ausgabe erscheint am 5. Juni 2012

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24 Stunden von Le Mans: Marcel Fässler erster Schweizer Sieger

Sieger: Benoit Treluyer, André Lotterer und Marcel Fässler. Marcel Fässler hat Rennsport-Geschichte geschrieben. Er gewann als erster Schweizer das 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Der 35-jährige Einsiedler gewann die 79. Auflage des Langstreckenklassikers mit dem Deutschen André Lotterer und dem Franzosen Benoit Treluyer im Audi Audi R18 TDI. Das Trio sicherte sich den Sieg vor über 250 000 Zuschauern und Millionen Fans an den Fernsehgeräten schliesslich mit knapp 14 Sekunden Vorsprung. Die Ränge zwei bis vier wurden von Audis Erzrivalen Peugeot belegt.

Marcel Fässler auf seiner Homepage: «Zum zehnten Mal seit 2000 hat Audi nun in Le Mans gewonnen – der Jubiläumstriumph hing am seidenen Faden, nachdem zunächst Allan McNish und dann auch noch der Wahlschweizer Mike Rockenfeller verunglückt waren. Und glücklicherweise unverletzt blieben. Am Sonntag überlagerte dann in der finalen Phase wieder die pure Rennsportspannung die Erinnerung an die schweren Unfälle. Vor einem Jahr hatte ich mit meinen beiden Teamgefährten Platz 2 hinter den Markenkollegen Timo Bernhard, Mike Rockenfeller und Romain Dumas belegt. Aus Schweizer Sicht waren zuvor schon Herbert Müller in den Jahren 1971 und 1974 und das Duo Dieter Spoerry und Rico Steinemann 1968 ebenso gut klassiert.»

Ziel: Nach 24 Stunden liegen sich die Piloten in den Armen.Nun aber gelang Fässler als erstem Schweizer Fahrer der ganz grosse Wurf. Fässler verfolgte den Finish des Rennens von den Boxen aus. Marcel Fässler: «Das war ein Super-Tag. Die letzten sechs Stunden waren unglaublich. Sie wollten einfach nicht vorbeigehen. Als ich auf die Zeit schaute, dachte ich immer, sie bliebe stehen. Ich sagte mir, die Uhr kann nicht funktionieren, das müsste schon lange vorbei sein. Ich habe versucht, mich irgendwo hinzustellen, wo ich keinen Kommentator höre. Aber das war einfach nicht möglich. Man sieht, dass der Traum immer näher kommt. Und dann gab es noch Momente, in denen alles immer schwieriger wurde, etwa mit dem schleichenden Plattfuss kurz vor Schluss, als André fuhr. Man fängt wieder an zu zittern. Wird der Traum wirklich wahr? Aber dann wurde er wahr. Es ist wirklich toll. Wir haben den ganzen Winter hart dafür gearbeitet. Le Mans ist das wichtigste Rennen. Ich freue mich besonders, es als erster Schweizer gewonnen zu haben.»

Erfolg: Neel Jani lenkte schnellsten Benziner von Le Mans.Und ein weiterer Schweizer zeigte eindrücklich, dass er weiss, wie man Punkte einfahren kann. Mit dem Lola-Toyota des Schweizer Teams Rebellion und dem Franzosen Nicola Prost sowie dem Niederländer Jeroen Blekemolen belegte der Seeländer Neel Jani in der Gesamtwertung den sechsten Rang: «Damit waren wir der schnellste Benziner im Feld.»

Stefan Lüscher, Herausgeber und Autor der Branchenbibel Rennsport-Schweiz und Lüschers Auto-blog.ch: «Das Schweizer Team Race Performance mit den Schweizer Piloten Ralph Meichtry und Michel Frey fuhr trotz vieler technischer Probleme mit dem Oreca 03 Judd BMW auf den 19. Rang (6. in der Kategorie LMP2). Klassensieger der GTE Am wurde der Tessiner Gabriele Gardel auf einer Corvette von Larbre Competition. Trotz vieler Probleme mit dem Lotus Evora von JetAlliance sah als 22. mit 60 Runden Rückstand auf die Sieger auch Jonathan Hirschi die Zielflagge. Zu den ersten Ausgefallenen zählte der Genfer Harold Primat, dessen neuer Aston Martin LMP1 schon nach wenigen Runden den Geist aufgab. Respekt verdient hingegen das Schweizer Team Hope Racing das mit dem Schweizer Piloten Steve Zaccia und dem vom Liechtensteiner Heinz Lehmann betreuten Oreca Swiss Hi-Tech-Hybrid bis zum Ausfall wegen eines kleinen Feuers immerhin 115 Runden schaffte.»

Die Ostschweizer Motorsportfraktion war in Le Mans stark vertreten. Marco Werner aus Ermatingen, mehrfacher Sieger der 24 Stunden von Le Mans, kommentierte über viele Stunden auf Eurosport mit Fachkenntnis und exklusiven Hintergrundinformationen. Lucas Luhr ebenfalls aus Ermatingen startete mit einem Porsche 911 GT3 RSR und Dirk Müller aus Tägerwilen mit einem Schnitzer-BMW M3 GT. Eine harte Woche hat Mike Rockenfeller aus Altnau vor sich: Nachdem beim Crash sein Wagen bis auf das von Audi in einem neuartigen Verfahren entwickelte und produzierte Kohlefaser-Monocoque komplett zerstört wurde und er das Spital mit leichten Verletzungen verlassen konnte, steht nun sein Start bei den Deutschen Tourenwagen Masters am kommenden Sonntag am Eurospeed Lausitz auf dem Programm. Sein Kommentar nach dem Horror-Unfall, bei dem es mit knapp 300 km/h zu einer Kollision kam: «Die Sicherheitsstandards sind einfach enorm und haben mir das Leben gerettet. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen solchen Unfall und hoffe, dass ich das auch nicht mehr erfahren muss.»
www.mfspeed.ch
www.audi.de
www.audi.ch
www.lemans.org

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