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13. Oktober 2010
SCC: Schweizer Bruno Küng holt 1. Saisonsieg, Mitländer die Meisterschaft
Nach dem Fallen der schwarz-weiss karierten Flagge im ersten Rennen der Sports Car Challenge (SCC) schnellte der Puls von Mitch Mitländer (Norma Nissan) noch einmal nach oben. Mit dem siebten Gesamtsieg der Saison vor dem Schweizer Bruno Küng machte der Norma-Pilot den Meistertitel vorzeitig perfekt. Rennen zwei entschied Bruno Küng (PRC BMW) nach packendem Zweikampf mit Mitländer für sich (Foto).
Am Freitag merkte man Mitländer die Nervosität noch an, die ein Finallauf so mit sich bringt. Theoretisch hätte der Zweitplatzierte in der Tabelle, Sven Barth, noch vorbeiziehen und den Titel im letzten Lauf holen können. Das Zeittraining sorgte zumindest für eine gewisse Entspannung, denn da hatte Mitländer mit einer absoluten Trainingsbestzeit ein erstes deutliches Zeichen Richtung Meisterschaft gesetzt, zumal Sven Barth (Ligier Honda) auf Position sechs noch hinter Klassenkonkurrent Thorsten Rüffer (Norma Honda) stand. Der hatte selbst noch Chancen auf die Vizemeisterschaft und den Titel in der Division 2, doch war die Konstellation ähnlich wie bei Mitländer und Barth. Nur ein Ausfall von Barth hätte das schmale Türchen doch noch öffnen können. Dazu durfte Rüffer den hinter ihm liegenden Gerhard Münch (Norma Honda) nicht ausser Acht lassen.
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Den zweiten Schritt in Richtung Titelgewinn tat Mitch Mitländer derweil gleich in der ersten Runde des Rennens, als er das Verfolgerfeld um knapp über vier Sekunden distanzierte. Im zweiten Umlauf liess Mitländer die schnellste Rennrunde folgen, die den Abstand zum Zweitplatzierten Bruno Küng um weitere zwei Sekunden anwachsen liess. «Wir wollten so früh wie möglich die Entscheidung, am besten im ersten Rennen und das hat genau gepasst. Aber Vernunft hin, Vernunft her, am Start gibt es dann doch nur noch eins und zwar Gas. Das ist voll aufgegangen und ich bin das erste Rennen eigentlich ungefährdet vorneweg gefahren», so Mitländer.
Schweizer Bruno Küng holte Vize-Meisterschaft
Letztlich pendelte sich der Vorsprung auf acht Sekunden ein, woran sich bis zu der erlösenden schwarz-weiss karierten Flagge nichts mehr entscheidend änderte. Mit dem Titel in der Tasche konnte Mitländer im zweiten Rennen befreit loslegen. Dabei erwischte der Zweitplatziert aus dem ersten Rennen, Bruno Küng, den besseren Start und setzte sich in Front. Rundenlang blieb Mitländer an Küng dran, der alles aus dem PRC BMW herausholte. «Ich habe 120 Prozent gegeben. Gegen Ende des Rennens haben meine Reifen abgebaut und es war nicht einfach die Führung zu verteidigen», freute sich Küng, der mit 0,385 Sekunden Vorsprung zum ersten Mal ganz nach oben aufs Podest durfte. Bruno Küng hatte gleich doppelten Grund zur Freude, denn der Schweizer sicherte sich den zweiten Rang in der Endabrechnung der Division 1.
Der letzte Platz auf dem Treppchen war in beiden Rennen umkämpft, wenn auch unter verschiedenen Vorzeichen. Andreas Fiedler (PRC BMW) musste sich ohne Trainingszeit erst durch das gesamte Feld kämpfen, ehe er gemeinsam mit Sieger Mitch Mitländer und Bruno Küng jubeln durfte. Wolfgang Payr im PRC Turbo verteidigte diesen Platz zunächst erfolgreich gegen Siegmar Pfeifer, den Fiedler in der siebten Runde kassierte. Im folgenden Umlauf musste sich Payr geschlagen geben, der die vierte Position gegenüber Pfeifer bis ins Ziel hielt. Im zweiten Rennen reichte es dann doch noch zum Sprung aufs Podest, nachdem sich Fiedler und Pfeifer gleich zu Rennbeginn gegenseitig ins Gehege gekommen waren.
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Damit verdrängte Payr Thorsten Rüffer haarscharf um 0,361 Sekunden vom Podestrang. Der ärgerte sich vor allem über das erste Rennen, als er nach einem missglücktem Überholversuch gegen Siegmar Pfeifer weit zurückgefallen war und einen zusätzlichen Boxenstopp hatte einlegen müssen. «Ich wollte da einfach zu viel und versuchte den Zweikampf zwischen Fiedler und Pfeifer zu nutzen um vorbei zu gehen. Das war die falsche Entscheidung», so Rüffer selbstkritisch. Sven Barth schnappte sich als Gesamtsechster so den nötigen Klassensieg, um genau wie Mitländer den Titel in der Division 2 und die Vizemeisterschaft vorzeitig perfekt zu machen. Hinter Barth wurde Mirco Schultis (PRC Honda) Zweiter in der Klasse, nachdem Matthias Gamauf und Sandro Bickel in der letzten Runde aneinandergerieten. Eigentlich hatte Schultis lange die Vierergruppe angeführt, doch in Runde elf fiel er hinter Bickel, Gerhard Münch (Norma Honda) und Gamauf zurück. Da Münch wegen Elektronikproblemen immer langsamer wurde, kam der junge Matthias Gamauf, der die letzten Jahre im VW Polo Cup unterwegs war, vorbei. Die österreichischen Youngster schenkten sich in der letzten Runde nichts und Gamauf ging beim Anbremsen der Sachskurve innen an Bickel vorbei, der beim Herausbeschleunigen wieder kontern konnte. Nebeneinander steuerten die beiden die letzte Kurve an, wo sie sich letztlich berührten und drehten. Gamauf kam schneller in die Puschen und rettete sich im weitwunden PRC ins Ziel. Die Zuschauer waren vom Duell begeistert und in Österreich muss man sich auf jeden Fall keine Sorgen um den Motorsportnachwuchs machen.
Im zweiten Rennen schloss Thorsten Rüffer das letzte Saisonrennen mit dem Sieg in der Division 2 ab. Zwar lag er nach Payrs Dreher in der Südkurve zwischenzeitlich auf Rang drei, doch hatte ihn Payr vier Runden später wieder kassiert. «Durch einen Überrundungsvorgang hatte ich meine Geschwindigkeit herausnehmen müssen und bin dann wieder von Wolfgang Payr eingefangen worden. Dennoch freue ich mich über den vierten Platz und den Sieg in der Klasse. So geht die Saison nach dem ärgerlichen ersten Rennen doch noch schön zu Ende», erklärte sich Rüffer mit dem dritten Rang in der Gesamtmeisterschaft und Platz zwei in der Klasse zufrieden. Sven Barth belegte diesmal vor Mirco Schultis den zweiten Rang in der Division 2.
Bei den Crosslé war Andy Feigenwinter einmal mehr nicht zu stoppen. Marcus Messmmer kletterte als Zweiter bzw. Dritter ebenfalls zweimal aufs Treppchen. In der GT-Wertung siegte Jürgen Bender im Porsche 997 GT3.
Mit einem tollen Finallauf, jeder Menge Action und Mitch Mitländer als neuem Champion ging die Saison 2010 zu Ende. «Schon im November habe ich eigentlich gemerkt, dass mir das Auto gut liegt. Den einen oder anderen Podestrang haben wir uns natürlich schon ausgerechnet. Nach den ersten zwei, drei Rennen haben wir uns gesagt, dass wir in Richtung Meisterschaft gehen können und am Ende hat das auch geklappt», zog Mitländer sein Fazit.
Fotos Copyright © Patrick Holzer





















